Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge

Sektionen
Veröffentlichungen
Sie sind hier: Startseite / Veröffentlichungen / Sonderberichte / 2007 Sonderbericht "Gemeinsamer Bericht zu den parallelen Prüfungen der Ausgaben für den Bau der Autobahn Prag – Dresden"

Artikelaktionen

2007 Sonderbericht "Gemeinsamer Bericht zu den parallelen Prüfungen der Ausgaben für den Bau der Autobahn Prag – Dresden"

Bericht von März/April 2007
25.04.2007

Zusammenfassung
In den Jahren 2005 und 2006 führten die beiden Obersten Rechnungskontrollbehörden der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik, der Bundesrechnungshof (BRH) und der Nejvyšší kontrolní úřad (NKÚ), parallele Prüfungen der Ausgaben für den Bau der Autobahn Prag – Dresden (Autobahn D 8 in der Tschechischen Republik und Autobahn A 17 in der Bundesrepublik Deutschland) durch. Die beiden Autobahnen sind durch eine von beiden Staaten gemeinsam finanzierte Grenzbrücke verbunden. Die Zusammenarbeit mit dem NKÚ ermöglichte dem BRH eine eingehende Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Mitteleinsatzes beim Bau der Grenzbrücke. Das NKÚ erhielt im Zuge der Zusammenarbeit mit dem BRH Daten deutscher Brücken und Tunnel für eigene Kostenvergleiche.

Im Jahr 2000 schlossen die Tschechische Republik und die Bundesrepublik Deutschland einen Vertrag über den Bau der Grenzbrücke. Entsprechend dem Planungsfortschritt wurde der Termin der Fertigstellung schließlich auf das Ende des Jahres 2006 festgelegt. Während des Vergabeverfahrens unterliefen der Straßen- und Autobahndirektion der Tschechischen Republik (RMD) jedoch Fehler, die das Verfahren verzögerten und die verfügbare Bauzeit verkürzten. Der Vertrag mit dem Auftragnehmer wurde daher später als geplant geschlossen. Der Auftragnehmer sicherte den beschleunigten Bau der Brücke bis Ende 2006 zu. Dafür musste die RMD jedoch erhebliche Mehrkosten in Kauf nehmen.

Als Teil der gemeinsamen Prüfungstätigkeit wurden die Preise von Autobahnbrücken an der D 8 und der A 17 verglichen. Maßstab für den Preisvergleich der Brücken war die Größe der Brückenfläche. Eine Preisanalyse an Hand statistischer Methoden identifizierte Brücken mit hohen Kosten pro Quadratmeter. Die Analyse ergab, dass die Grenzbrücke unter den Großbrücken mit Längen von über 100 m die teuerste war. Dies war auch auf die Preissteigerung infolge der Verzögerungen bei der Vergabe zurückzuführen.

Der Vergleich der Preise bei den Tunnelbauwerken ließ erkennen, dass die Preise der Tunnel im Zuge der D 8 erheblich höher sind als die Preise vergleichbarer Tunnel in Deutschland.

Bei künftigen Prüfungen der Wirtschaftlichkeit der Ausgaben für die Verkehrsinfrastruktur können sich sowohl BRH als auch NKÚ auf eine Datensammlung von Brücken- und Tunnelpreisen stützen.

Beide Rechnungshöfe empfehlen,

  • Brückenkonstruktionen zu standardisieren und
  • Stahlverbund- und Sonderkonstruktionen nur dort auszuführen, wo Spannbetonkonstruktionen unzweckmäßig sind.


Der Prüfungsverlauf zeichnete sich durch Teamarbeit und eine offene Herangehensweise aus. Während der parallelen Prüfung tauschten die Prüfer beider Seiten ihr Fachwissen und Können aus.

abgelegt unter: , ,
© 2017 Bundesrechnungshof