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2016 Bemerkungen Band II Nr. 03 - Bundeswehr nimmt Arbeitszeitausfall von mehreren tausend Stellen durch Gesundheitskurse hin

Seit dem Jahr 2016 können die Dienststellen der Bundeswehr allen militärischen und zivilen Beschäftigten erlauben, in der Arbeitszeit bis zu zwei Stunden wöchentlich an Gesundheitskursen teilzunehmen. Für Soldatinnen und Soldaten finden die Kurse zusätzlich zum Dienstsport statt. Das BMVg hat keinen Überblick, wie viel Arbeitszeit durch die Kursteilnahme entfällt. Es hat nicht geklärt, ob und wie es den Arbeitszeitausfall von mehreren tausend Vollzeitstellen ausgleichen kann. Außerdem hat es nicht geprüft, ob es seine Ziele zur Gesundheitsförderung mit anderen Maßnahmen wirtschaftlich vorteilhafter erreichen kann.
25.04.2017

Der Bundesrechnungshof hat bemängelt, dass das BMVg nicht geklärt hat, wie viel Arbeitszeit durch die Kursteilnahme wegfällt und welche Kosten damit verbunden sind. Nähme auch nur jeder fünfte Beschäftigte das Angebot in Anspruch, fielen für deren eigentliche Aufgaben 103 000 Arbeitsstunden pro Woche weg. Das entspräche 3 300 Vollzeitstellen. Ohne Kostenermittlung bleibt offen, ob Gesundheitskurse die wirtschaftlich vorteilhafteste Möglichkeit sind, Arbeit, Organisation und Verhalten in der Bundeswehr gesundheitsförderlich zu gestalten und die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

Das BMVg hat erwidert, es werde die Anregung des Bundesrechnungshofes aufgreifen und die organisatorischen Möglichkeiten prüfen, die für die Angebote verwendete Arbeitszeit zu erfassen. Es hat sich nicht dazu geäußert, wie es den Arbeitszeitausfall von mehreren tausend Vollzeitäquivalenten ausgleichen will. Lediglich den Arbeitszeitausfall künftig zu erfassen, reicht aus Sicht des Bundesrechnungshofes nicht aus. Bevor es die Maßnahmen unter Anrechnung auf die Arbeitszeit fortsetzt, sollte das BMVg klären, ob und wie es den Arbeitszeitausfall ausgleichen kann. Es sollte außerdem prüfen, ob es seine Ziele mit anderen Maßnahmen wirtschaftlich vorteilhafter erreichen kann.

 

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