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2016 Bemerkungen Band I Nr. 20 - Boomende Tourismusbranche muss sich stärker an der Finanzierung der Deutschen Zentrale für Tourismus beteiligen

Der Verein Deutsche Zentrale für Tourismus wirbt im Ausland für das Reiseland Deutschland. Mit jährlich 30 Mio. Euro finanziert das BMWi die Deutsche Zentrale für Tourismus nahezu allein. Obwohl der Deutschland–Tourismus boomt, beteiligt sich die Tourismusbranche nur mit 2,5 % an der Finanzierung. Dabei schöpfte die Deutsche Zentrale für Tourismus nicht alle Möglichkeiten aus, zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Der Bundesrechnungshof erwartet vom BMWi ein neues Finanzierungskonzept für die Deutsche Zentrale für Tourismus. Insbesondere sollten die Mitgliedsbeiträge der Tourismusbranche deutlich steigen und der Bund sein finanzielles Engagement entsprechend reduzieren.
15.11.2016

Gemessen an der Übernachtungszahl ausländischer Gäste in Deutschland boomt laut BMWi der Tourismus in Deutschland. Das BMWi ist innerhalb der Bundesregierung für die Tourismuspolitik zuständig. Den Tourismus zu fördern und touristische Ziele zu vermarkten, ist Aufgabe der Länder. Der Bund hat die Rahmenbedingungen für den Tourismus zu schaffen. Deshalb unterstützt er die Vermarktung des Reiselandes Deutschland im Ausland. Er bedient sich dafür seit dem Jahr 1948 des Vereins Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT). Mitglieder des Vereins sind im Wesentlichen Unternehmen der Tourismusbranche, Interessenverbände, aber auch Unternehmen des Einzelhandels.

Der Bund finanziert die DZT nahezu allein, die Vereinsmitglieder beteiligen sich mit lediglich 2,5 % (2015) an der Finanzierung. Die DZT setzte außerdem Bundesmittel dort ein, wo andere Finanzierungsquellen zur Verfügung gestanden hätten. So kalkulierte sie die Kosten für ihre Dienstleistungen nicht immer nachvollziehbar. Außerdem finanzierte sie Marketingmaßnahmen von Ländern mit, obwohl diese ausschließlich Landesinteressen dienten.

Der Bundesrechnungshof hält die jahrzehntelange umfangreiche Förderung der DZT für nicht mehr zeitgemäß. Er erwartet, dass das BMWi ein neues Finanzierungskonzept entwickelt, nach dem die DZT

  • wesentlich höhere Mitgliedsbeiträge einnimmt, während der Bund seine Förderung reduziert und
  • die Bundesmittel mit Blick auf Kostendeckung und Bund–Länder-Zuständigkeit wirtschaftlich einsetzt.
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