Prüfungsergebnisse
Sie sind hier: Startseite / Prüfungsergebnisse / Produkte / Bemerkungen (Jahresberichte) / Jahresberichte / Archiv 1970 - 2014 / 2008 / Teil II Einzelne Prüfungsergebnisse / Allgemeine Finanzverwaltung / 2008 Bemerkungen Nr. 26 "Erfassung der im Inland steuerpflichtigen britischen Limiteds sicherstellen"

Artikelaktionen

2008 Bemerkungen Nr. 26 "Erfassung der im Inland steuerpflichtigen britischen Limiteds sicherstellen"

Mehr als die Hälfte der in Deutschland ansässigen Limiteds – einer britischen Gesellschaftsform – wurde von den Finanzämtern steuerlich nicht erfasst. Steuern können deshalb nicht oder nicht rechtzeitig festgesetzt werden. Daneben besteht die Gefahr einer missbräuchlichen oder betrügerischen Nutzung der steuerlich nicht überwachten Gesellschaften.
09.12.2008

Limiteds sind mit ihrem Einkommen in Deutschland steuerpflichtig, wenn sie den Sitz der Geschäftsleitung ins Inland verlegen. Bis zum 1. Januar 2006 hatten dies rund 24 000 Limiteds getan. Steuerlich erfasst waren zum oben genannten Stichtag bundesweit nur 11 508 Gesellschaften.

Eine ausländische Gesellschaft ist nach Handels- und Steuerrecht verpflichtet, die Verlegung ihres Sitzes nach Deutschland anzuzeigen. Kommen die Gesellschaften diesen Pflichten nicht nach, werden sie in Deutschland steuerlich auch nicht erfasst. Zwischen dem britischen Handelsregister und dem deutschen Fiskus gibt es keinen Informationsaustausch. Die ordnungsgemäße Besteuerung aller im Inland ansässigen Limiteds ist nur sichergestellt, wenn die Finanzverwaltung diese Gesellschaften kennt. Dies schränkt auch das Risiko ein, dass sie missbräuchlich oder in betrügerischer Absicht verwendet werden können.

Der Bundesrechnungshof empfiehlt dem Bundesministerium der Finanzen, auf einen Informationsaustausch mit dem britischen Handelsregister hinzuwirken.

© 2021 Bundesrechnungshof