Prüfungsergebnisse
Sie sind hier: Startseite / Prüfungsergebnisse / Produkte / Bemerkungen (Jahresberichte) / Jahresberichte / Archiv 1970 - 2013 / 2010 / Teil II Einzelne Prüfungsergebnisse / Bundesministerium der Verteidigung / 2010 Bemerkungen Nr. 28 "Unzureichende Forschungsleistungen eines medizinischen Instituts der Bundeswehr"

Artikelaktionen

2010 Bemerkungen Nr. 28 "Unzureichende Forschungsleistungen eines medizinischen Instituts der Bundeswehr"

Die Forschungsleistungen des Instituts für den Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr sind unzureichend. In den sieben Jahren seit seiner Gründung hat das Institut 11 Mio. Euro gekostet. Das Bundesverteidigungsministerium sollte den Fortbestand des Instituts kritisch überprüfen.
16.11.2010

Das Institut für den Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr in Berlin soll angewandte Forschung auf den Gebieten der militärischen Arbeits- und Umweltmedizin sowie der Umwelthygiene durchführen. Der Bundesrechnungshof stellte fest, dass es seit seiner Gründung im Jahre 2003 erst zehn Forschungsvorhaben abgeschlossen hatte. Die am Institut tätigen Sanitätsoffiziere waren zuvor überwiegend nicht in der Forschung tätig und verfügen nicht über eine ihrer Funktion entsprechende wissenschaftliche Qualifikation. Sie wurden teilweise mit Aufgaben betraut, für die ihr Dienstposten nicht vorgesehen ist und die sie nicht auslasteten. Für das Jahr 2009 hatte ein Fachbereich keine Forschungsvorhaben geplant. Der Fachbereich „Experimentelle Bioanalytik elektromagnetischer Wellen und Felder“ verfügte nicht über Fachpersonal. Deshalb konnte das Institut die wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiet nur mittels einer Kooperation mit externen Einrichtungen aufrecht erhalten. Der Wissenschaftsrat hat das Institut kritisiert und hervorgehoben, dass dessen Forschungsleistungen qualitativ nicht durchgängig dem Stand der Wissenschaft entsprechen.

Auf Empfehlung des Bundesrechnungshofes hat das Bundesverteidigungsministerium die Aufgaben eines Fachbereichs des Instituts dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin übertragen. Das Bundesverteidigungsministerium sollte angesichts der übereinstimmenden Kritik des Bundesrechnungshofes und des Wissenschaftsrates umgehend prüfen, ob auch die weiteren Fachbereiche des Instituts auf andere medizinische Forschungseinrichtungen der Bundeswehr übertragen werden können.

© 2019 Bundesrechnungshof