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2010 Bemerkungen Nr. 58 "Urlaub auf dem Bauernhof wird künftig zutreffend besteuert"

Die Finanzverwaltung wird künftig die Umsätze der Land- und Forstwirte aus der Beherbergung von Urlaubern zutreffend besteuern. Sie folgt damit einer Empfehlung des Bundesrechnungshofes. Hierdurch werden Steuerausfälle und Wettbewerbsverzerrungen vermieden.
16.11.2010

Land- und Forstwirte zahlten bis zum Jahre 2006 für ihre Umsätze aus der Beherbergung von Urlaubern in der Regel keine Umsatzsteuer. Ab dem Jahre 2007 sind sie aufgrund einer Rechtsänderung verpflichtet, für ihre Beherbergungsumsätze Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.

Der Bundesrechnungshof stellte fest, dass die Finanzämter die Beherbergungsumsätze der Land- und Forstwirte in 16 % der von ihm geprüften Fälle zu Unrecht nicht der Umsatzsteuer unterworfen hatten. Bei weiteren 19 % der geprüften Fälle vermieteten die Land- und Forstwirte ihre Ferienunterkünfte im Jahre 2007 nicht selbst an die Urlauber. Sie überließen die Vermietung ihren Ehepartnern oder Gesellschaften des bürgerlichen Rechts, an denen sie selbst beteiligt waren. Die Ehepartner und Gesellschaften mussten die Beherbergungsumsätze nicht versteuern, da sie gesetzliche Umsatzgrenzen nicht überschritten. Wären die Beherbergungsumsätze den Land- und Forstwirten zuzurechnen, hätten diese hierfür Umsatzsteuer zahlen müssen. Die Finanzämter erkannten diese Gestaltungen an, ohne ihre Richtigkeit und Angemessenheit zu prüfen.

Der Bundesrechnungshof hat dem Bundesfinanzministerium empfohlen sicherzustellen, dass Beherbergungsumsätze gleichmäßig besteuert werden. Dadurch können Steuerausfälle und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden. Die Länder haben die Empfehlungen des Bundesrechnungshofes aufgegriffen und die Finanzämter nochmals auf die aktuelle Rechtslage hingewiesen. Der Bundesrechnungshof geht davon aus, dass die Finanzämter künftig die Beherbergungsumsätze zutreffend besteuern, die Steuern nacherheben und missbräuchliche Gestaltungen verhindern werden.

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