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2011 Bemerkungen Nr. 19 "Kompetenzzentrum Green-IT berät ohne ausreichenden Sachver­stand zu Energiespar-Contracting"

Das Bundesverwaltungsamt hat Energiespar-Contracting empfohlen und sich dabei auf hauseigene Erfahrungen gestützt. Mangels ausreichender Kompetenz hat es nicht erkannt, dass sein eigenes Projekt unwirtschaftlich war.
15.11.2011

Das „Kompetenzzentrum Green-IT“ (Kompetenzzentrum) des Bundesverwaltungsamtes warb in der Bundesverwaltung für Energiespar-Contracting. Hierbei plant und finanziert ein Dienstleister (Contractor) Energiesparmaßnahmen für den Gebäudeeigentümer. Er übernimmt auch den Betrieb der Anlagen, hält diese instand und optimiert sie. Im Gegenzug wird der Contractor an den Einsparungen beteiligt. Das Kompetenzzentrum stellte Informationsmaterial bereit und verwies dabei auf seine Praxiserfahrungen.

Das Bundesverwaltungsamt beabsichtigte im Jahr 2005, selbst Energiesparmaßnahmen umzusetzen. Es entschied sich nach Prüfung durch die Bauverwaltung für einen Energiespar-Contracting-Vertrag. Der Bundesrechnungshof wies dem Bundesverwaltungsamt nach, dass es wirtschaftlich gewesen wäre, die Energiesparmaßnahmen selbst umzusetzen. Er machte es darauf aufmerksam, dass der Wirtschaftlichkeitsvergleich durch die Bauverwaltung fehlerhaft war.

Bundesinnenministerium und Bundesverwaltungsamt gaben an, dem Bundesverwaltungsamt habe die fachliche Kompetenz gefehlt, den Wirtschaftlichkeitsvergleich zu prüfen.

Der Bundesrechnungshof bleibt bei seiner Kritik, dass sich das Bundesverwaltungsamt in seiner Funktion als Kompetenzzentrum intensiv mit der Wirtschaftlichkeit des Energiespar-Contracting hätte befassen müssen. Um die Wirtschaftlichkeitsvergleiche beurteilen zu können, benötigte es keinen spezifischen Sachverstand in Bausachen.

Das Bundesverwaltungsamt sollte aus den eigenen Erfahrungen zum Energiespar-Contracting Konsequenzen ziehen. Bei seiner Beratung sollte es in den Vordergrund stellen, dass Energiespar-Contracting stets unter der Bedingung eines wirtschaftlichen Ergebnisses steht. Es sollte dafür sorgen, dass es über die für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit erforderliche Fachkompetenz verfügt.

 

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