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2011 Bemerkungen Nr. 65 "Bundeswehr lässt Gewehrmunition im Wert von mindestens 46 Mio. Euro verrotten"

Die Bundeswehr hat seit den 1960er-Jahren Gewehrmunition beschafft und so gelagert, dass sie zu großen Teilen korrodiert ist. Daher ist ausbildungs- und einsatzrelevante Gewehrmunition im Wert von rund 46 Mio. Euro mittlerweile unbrauchbar. Noch funktionsfähige Munition muss zeit- und kostenaufwendig von Hand aussortiert werden. Dennoch kann nur durch eine Neubeschaffung in Millionenhöhe ein Engpass für die Ausbildung vermieden werden.
15.11.2011

Die Bundeswehr lagert 227 Millionen Patronen des Kalibers 7,62 x 51 mm im Wert von 116 Mio. Euro. Bereits im Jahr 2002 hatte der Bundesrechnungshof in seine Bemerkungen auf Mängel bei der Munitionsüberwachung der Bundeswehr hingewiesen. Er stellte damals fest, dass diese Mängel sowohl vermeidbare Ausgaben verursachten als auch die Funktionsfähigkeit der gelagerten Munition grundsätzlich gefährden können.

Durch unsachgemäße Lagerung und mangelhafte Kontrollen entstanden im gesamten Munitionsbestand erhebliche Korrosionsschäden. Die Bundeswehr braucht Jahre, um das Ausmaß des Schadens zu erfassen. Sie geht mittlerweile davon aus, dass ca. 40 % der 227 Millionen Patronen im Wert von 46 Mio. Euro unbrauchbar sind. Die Bundeswehr kann eine noch größere Menge schadhafter Munition nicht ausschließen. Erst nach der zeitaufwendigen manuellen Sichtung aller Patronen steht die Munition für Übungen, Einsatzvorbereitung und Auslandseinsätze zur Verfügung. Die Bundeswehr will nun durch den Kauf von 25 Millionen neuen Patronen für mindestens 17 Mio. Euro den unmittelbaren Bedarf für die Schießausbildung decken.

Das Bundesverteidigungsministerium hat betont, dass ihre Munitionsüberwachung ausreichend sei, um die Nutzungssicherheit und Funktionsfähigkeit der Munition sicherzustellen. Der Bundesrechnungshof hat dagegen bemängelt, dass eine unzureichende Überwachung der Munitionsbestände zu einem Schaden von derzeit mindestens 63 Mio. Euro geführt habe und für die Ausbildung Munition nur kontingentiert zur Verfügung stehe. Er hat gefordert, umgehend eine stringente und zuverlässige Munitionsüberwachung durchzusetzen, um die Versorgungslage der Bundeswehr mit Munition für die Ausbildung sicherzustellen.

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