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2011 Bemerkungen Nr. 66 "Bundeswehr hat noch immer zu viele Konservierungs- und Verpackungsanlagen"

Die Bundeswehr konserviert und verpackt auch geringwertiges Wehrmaterial in eigens dafür vorgesehene Anlagen. Hochwertiges Wehrmaterial lagert sie hingegen über mehrere Jahre ohne geeignete Verpackung. Würde die Bundeswehr nur einsatzwichtiges und hochwertiges Wehrmaterial konservieren und verpacken, könnte sie wenigstens zwei der insgesamt sechs Anlagen aufgeben und so jährlich mindestens 1 Mio. Euro einsparen.
15.11.2011

Wehrmaterial ist so zu lagern, dass es lange einsatz- und gebrauchsfähig bleibt. Die Bundeswehr beschafft Wehrmaterial grundsätzlich in größeren Gebinden und einfachen Verpackungen, um Kosten zu sparen. In vielen Fällen verpackt sie dieses Material in andere Verpackungsformen um. Dazu unterhält sie in sechs ihrer Lagereinrichtungen Konservierungs- und Verpackungsanlagen.

Der Bundesrechnungshof hat im Jahr 2011 zum wiederholten Male die Konservierung und Verpackung von Wehrmaterial geprüft. Er stellte u. a. fest, dass die Bundeswehr auch geringwertige Artikel (Dichtungen, Schrauben, Muttern oder Unterlegscheiben) in größeren Gebinden und einfachen Verpackungen kauft und sie in den Konservierungs- und Verpackungsanlagen in kleinere Gebinde oder andere Behältnisse umpackt. Der hierdurch verursachte Personal- und Materialaufwand erhöhte z. B. die Kosten für eine Packung Schrauben von 10 Euro auf 27 Euro. Die Bundeswehr transportierte z. B. auch 26 700 Farbrollen im Wert von je 0,23 Euro mehrere hundert Kilometer zu einer Verpackungsanlage und lieferte sie anschließend wieder ins Ausgangsdepot zurück. Andererseits wurde teures und einsatzwichtiges Material weder konserviert noch verpackt.

Das Bundesverteidigungsministerium hat eingeräumt, dass im Prozess Konservierung und Verpackung Optimierungspotenzial vorhanden ist. Allerdings könne es derzeit die Frage nicht beantworten, ob eine geringere Anzahl von Konservierungs- und Verpackungsanlagen ausreiche. Dies sei u. a. abhängig von der bevorstehenden Neuausrichtung der Bundeswehr. Der Bundesrechnungshof bleibt bei seiner Auffassung, dass die Bundeswehr schon jetzt mindestens zwei ihrer Anlagen aufgeben kann, da aufgrund ihrer bevorstehenden Verkleinerung auch der Umfang des zu verpackenden Materials zurückgehen wird. Sie sollte daher sofort beginnen, den Prozess der Konservierung und Verpackung zu verbessern.

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