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2013 Bemerkungen - Weitere Prüfungsergebnisse - Nr. 06 "Kostspielige Planungen für den Bau einer Brücke der Bundesautobahn A 20 über den Fluss Oste"

Das BMVI will bei Bremervörde eine unnötig hohe Brücke bauen, um die Bundesautobahn A 20 über den Fluss Oste zu führen. Eine um knapp einen Meter niedrigere Brücke würde ausreichen.
29.04.2014

Die geplante Brücke liegt im 6. Bauabschnitt der A 20 und ist knapp 280 m lang. Die Verwaltung schätzt die Baukosten auf 11,4 Mio. Euro, der Bundesrechnungshof geht von mindestens 13,9 Mio. Euro aus. Die geplante Brückendurchfahrtshöhe beträgt 5,45 m über dem mittleren Hochwasserspiegel. Die Straßenbauverwaltung hält die geplante Brückenhöhe für nötig, um Arbeitsschiffen zur Gewässer- und Deichunterhaltung die Durchfahrt zu ermöglichen und die ökologische Durchlässigkeit unter dem Brückenbauwerk aufrechtzuerhalten.

Der Bundesrechnungshof hält eine Höhe von 4,50 m für ausreichend. Die genügt, um die Unterhaltungsarbeiten mit den üblichen schwimmenden Arbeitsgeräten durch-zuführen, zumal der Wasserspiegel bei Ebbe um 1,30 m sinkt. Die im maßgeblichen „Merkblatt für die Anlage von Querungshilfen für Tiere und zur Vernetzung von Lebensräumen an Straßen“ aufgestellten Anforderungen würden vollständig erfüllt. Schließlich wäre dies auch für den Schiffsverkehr ausreichend. An diesem Abschnitt der Oste können keine Güterschiffe, sondern lediglich Sport- und Freizeitschiffe fahren.

Der Bundesrechnungshof hat das BMVI aufgefordert, die Brücke über die Oste entsprechend niedriger zu planen. Er erwartet Einsparungen von etwa 1 Mio. Euro. Zudem würden etwa 900 m² weniger Fläche verbraucht. Die Planungsänderung würde den Eingriff in das Landschaftsbild und in die ökologisch sensible Flussaue der Oste mildern.

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