Prüfungsergebnisse

2013 Bemerkungen Nr. 80 "Besteuerung von Zinsen aus Darlehen verbessert"

Das Bundesfinanzministerium und die Länder haben die Voraussetzungen für die zutreffende Besteuerung von Zinsen aus privaten Darlehen verbessert. Auf Empfehlung des Bundesrechnungshofes vereinfachten sie den Vordruck für die Einkommensteuererklärung und beabsichtigen, die steuerlichen IT-Programme anzupassen. Außerdem schulten die Länder intensiv die Bearbeiterinnen und Bearbeiter in den Finanzämtern.
10.12.2013

Private Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 %. Um auszuschließen, dass sich einkommensstarke Steuerpflichtige bei privaten Darlehen über die Abgeltungssteuer einen Vorteil verschaffen, hat der Gesetzgeber Ausnahmen vorgesehen. So sind Zinserträge mit dem individuellen Steuersatz von bis zu 45 % zu versteuern,

  • wenn Darlehensgeber und -nehmer einander nahe stehende Personen sind und die Aufwendungen beim Darlehensnehmer zu Betriebsausgaben oder Werbungskosten führen;
  • wenn der Darlehensgeber bei Gesellschafterdarlehen mit mindestens 10 % an der darlehensnehmenden Gesellschaft beteiligt ist.

Der Bundesrechnungshof stellte fest, dass die Finanzämter häufig Zinserträge mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 % besteuert hatten, obwohl sie diese mit dem höheren individuellen Steuersatz hätten besteuern müssen. Der Bundesrechnungshof hat deshalb empfohlen:

  • Die Bearbeiterinnen und Bearbeiter in den Finanzämtern erneut über die Ausnahmetatbestände der Abgeltungssteuer zu schulen.
  • Den Vordruck „Anlage Kapitalvermögen“ zu vereinfachen.
  • Die IT-Programme so anzupassen, dass die Bearbeiterinnen und Bearbeiter die Ausnahmefälle leichter erkennen können.

Das Bundesfinanzministerium und die Länder sind den Vorschlägen des Bundesrechnungshofes gefolgt.

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