17.11.2015  |   Bemerkung

2015 Bemerkungen Nr. 76 - Bundesanstalt für Immobilienaufgaben soll die günstigste Verkaufsform für ihre Immobilien am Markt ermitteln

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat 61 leerstehende Einfamilienhäuser gebündelt in zwei Paketen an Investoren verkauft. Eine erhebliche Anzahl dieser Häuser boten die Investoren umgehend einzeln privaten Kaufinteressenten an. Sie erzielten bei den Weiterverkäufen höhere Erlöse je Haus. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sollte prüfen, inwieweit sie solche Mehrerlöse durch Einzelverkäufe selbst realisieren kann.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bundesanstalt) hat u. a. ihre nicht benötigten Immobilien zu verkaufen oder zu vermieten. Der Bundesrechnungshof prüfte in einer Großstadt u. a. den Verkauf von Einfamilienhäusern durch die Bundesanstalt. Aus 61 leerstehenden Einfamilienhäusern in städtischer Lage bildete sie zwei Verkaufspakete. Einen Einzelverkauf der Häuser sah sie in ihren Verkaufsexposés nicht vor. Investoren kauften die Pakete für einen Kaufpreis von insgesamt 9,2 Mio. Euro. Unmittelbar nach dem Erwerb der Häuser boten die Investoren die Häuser ohne bauliche Veränderungen privaten Kaufinteressenten zum Erwerb an. Von den beiden Paketen verkauften sie in kurzer Zeit mehr als 20 Häuser. Rechnet man die von den Investoren erzielten Preise auf alle Häuser hoch, ergäbe sich aus der Summe der Einzelverkäufe ein Mehrerlös von mehr als 3 Mio. Euro im Vergleich zu den Paketverkäufen der Bundesanstalt.

Der Bundesrechnungshof hat beanstandet, dass der Bundesanstalt Mehreinnahmen in Millionenhöhe entgangen sein könnten. Er hat ihr ein Verfahren empfohlen, wie der Wert solcher Einfamilienhäuser genauer bestimmt werden kann.