Prüfungsergebnisse
Sie sind hier: Startseite / Prüfungsergebnisse / Produkte / Bemerkungen (Jahresberichte) / Jahresberichte / 2015 / Teil III Einzelplanbezogene Entwicklung und Prüfungsergebnisse / Bundesministerium der Verteidigung / 2015 Bemerkungen Nr. 48 - Bundeswehr plant Neubau für nicht ausgelastete Werkstatt

Artikelaktionen

2015 Bemerkungen Nr. 48 - Bundeswehr plant Neubau für nicht ausgelastete Werkstatt

Die Bundeswehr betreibt im Marinearsenal eine unwirtschaftliche Tischlerei. Diese war in der Vergangenheit nicht ausgelastet. Die Bundeswehr beabsichtigt, für diese Tischlerei und weitere Werkstätten neue Gebäude zu errichten.
17.11.2015

Im Marinearsenal repariert die Bundeswehr Schiffe und Boote der Marine. Hierzu betreibt das Marinearsenal mehrere Werkstätten, darunter eine Tischlerei. Es plant, neue Gebäude für die Werkstätten zu errichten.

Die Tischlerei war mit ihren Aufgaben nicht ausgelastet, obwohl ihr zusätzliche Aufgaben übertragen wurden. So fertigten die Mitarbeiter der Tischlerei repräsentative Gebrauchsgegenstände und Erinnerungsgaben. Darüber hinaus unterstützten sie z. B. die maritime Großveranstaltung „Wochenende an der Jade“ oder erbrachten Leistungen zur Instandhaltung der Liegenschaft.

Die in der Tischlerei hergestellten Werkstücke waren erheblich teurer als auf dem freien Markt. Die Mitarbeiter fertigten z. B. Strickleitern für 7 000 Euro. Am Markt waren Strickleitern für 300 Euro erhältlich. Erinnerungsmünzen wurden am Markt ab 4 Euro pro Stück angeboten. Im Marinearsenal kostete die Fertigung 172 Euro. Für unnötig hält der Bundesrechnungshof die Herstellung einer Schiffsglockenhalterung für 8 000 Euro für ein außer Dienst zu stellendes Schiff. Zudem war in vielen Fällen die aufwendige Gestaltung der Gebrauchsgegenstände entbehrlich.

Der Bundesrechnungshof hat die Bundeswehr aufgefordert, vor dem Neubau von Werkstätten zu prüfen,

  • in welchem Umfang die Bundeswehr Tischlerleistungen für die Reparatur ihrer Schiffe und Boote benötigt,
  • wie das Marinearsenal den Bedarf für Tischlerleistungen decken kann und
  • ob eine eigene Tischlerei wirtschaftlich ist.

Der Bundesrechnungshof hat zudem empfohlen, überwiegend repräsentative Ausrüstungsgegenstände nicht oder weniger aufwendig zu erstellen.

Da weitere Werkstätten in neuen Gebäuden untergebracht werden sollen, hält es der Bundesrechnungshof für erforderlich, zuvor auch deren Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

abgelegt unter: , , ,
© 2019 Bundesrechnungshof