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2016 Bemerkungen Band I Nr. 25 - Informationskampagne „Zu gut für die Tonne“ – unzureichend vorbereitet und Erfolg nicht nachweisbar

Das BMEL hat eine bundesweite Informationskampagne gegen das Wegwerfen noch verwertbarer Lebensmittel ohne sorgfältige Analyse der Ursachen und auf unsicherer Datengrundlage durchgeführt. Es konnte nicht nachweisen, dass durch die Kampagne Lebensmittelabfälle verringert wurden. Das BMEL sollte Informationskampagnen nur durchführen, wenn es diese systematisch vorbereitet, mit messbaren Zielen unterlegt und so Erfolgskontrollen erst ermöglicht.
15.11.2016

Das BMEL führt unter dem Titel „Zu gut für die Tonne“ eine bundesweite Informationskampagne gegen „das Wegwerfen noch verwertbarer Lebensmittel“ durch. Es hat hierfür von Anfang 2012 bis Ende 2015 rund 3 Mio. Euro ausgegeben.

Das BMEL hatte eine Studie zur Menge von Lebensmittelabfällen in Deutschland erstellen lassen. Die Studie ergab, dass in Deutschland jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen würden. Den größten Anteil daran hätten die privaten Haushalte. Es bestehe eine hohe Ungenauigkeit, insbesondere weil der Einzelhandel die Erhebungen zur Studie nicht ausreichend unterstützt habe.

Das BMEL evaluierte den Erfolg der Kampagne, indem es mehrere Umfragen zum Bekanntheitsgrad der Kampagne durchführte.

Der Bundesrechnungshof hat die Kampagne geprüft und deren unzureichende Vorbereitung bemängelt. Da das BMEL Lebensmittelabfälle verringern wollte, hätte es zu Beginn der Kampagne über belastbare Daten zu den Abfallmengen und deren Ursachen verfügen müssen. Das BMEL kann den Erfolg der Kampagne nur dann nachweisen, wenn es eine Reduzierung der Abfallmengen belegen kann. Vermeintliche Erfolge zum Bekanntheitsgrad, also auf der „Wahrnehmungsebene“ sind nur bedingt geeignet, den Kosten der Kampagne einen konkreten Nutzen gegenüberzustellen. Zudem hat der Bundesrechnungshof Schwachstellen bei der Durchführung der Kampagne festgestellt und Änderungen angeregt. Das BMEL sollte Informationskampagnen nur nach einer gründlichen Problemanalyse starten und zuvor spezifische und vor allem messbare Erfolgskriterien festlegen.

© 2019 Bundesrechnungshof