Prüfungsergebnisse
Sie sind hier: Startseite / Prüfungsergebnisse / Produkte / Bemerkungen (Jahresberichte) / Jahresberichte / 2017 / Einzelplanbezogene Prüfungsergebnisse / Bundesagentur für Arbeit / 12 / 2017 Bemerkungen Nr. 12 - Bundesagentur für Arbeit zahlt fast 55 Mio. Euro für nicht genutzte Plätze in Bildungsmaßnahmen

Artikelaktionen

2017 Bemerkungen Nr. 12 - Bundesagentur für Arbeit zahlt fast 55 Mio. Euro für nicht genutzte Plätze in Bildungsmaßnahmen

Die Bundesagentur für Arbeit hat berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen zu schwach ausgelastet. Sie hat zwischen September 2013 und Dezember 2015 bundesweit für fast 55 Mio. Euro Plätze eingekauft und diese nicht genutzt.
12.12.2017

Die Bundesagentur für Arbeit (Bundesagentur) kann junge Menschen beim Übergang von der Schule zum Beruf durch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen fördern. Sie erstattet den Trägern, die die Bildungsmaßnahmen durchführen, die Kosten. Grundlage ist ein von der Bundesagentur entwickelter Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Die geförderten jungen Menschen nehmen im Regelfall vom Herbst bis zum Sommer des Folgejahres an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teil. Um während der Vertragslaufzeit auf schwankende Teilnehmerzahlen reagieren zu können, kann der vereinbarte Umfang der Plätze unter- oder überschritten werden. Die Bundesagentur muss jedoch eine Mindestmenge abnehmen und bezahlen, unabhängig von der tatsächlichen Besetzung der Plätze.

Der Bundesrechnungshof prüfte die Auslastung von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen. Von September 2013 bis Dezember 2015 gab die Bundesagentur bundesweit für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen insgesamt 425,7 Mio. Euro aus. Ausgaben von bis zu 54,5 Mio. Euro (12,8 %) für ungenutzte Plätze hätten vermieden werden können, wenn die Agenturen bundesweit besser geplant hätten.

Der Bundesrechnungshof kritisierte, dass die Bundesagentur berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen über den Bedarf hinaus einkaufte. Sie nahm somit in Kauf, dass sie diese Bildungsmaßnahmen zu schwach auslastete und erhebliche Ausgaben für ungenutzte Plätze entstanden.

 

Der Bundesrechnungshof fordert, dass die Agenturen ihren Bedarf an Plätzen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer künftig realistisch abschätzen. Die Bundesagentur hat die Auslastung der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zu erhöhen und damit die Ausgaben für ungenutzte Plätze zu verringern. Die Bundesagentur sollte auch die Laufzeit der Rahmenverträge an die typische Maßnahmedauer von zehn Monaten anpassen.

abgelegt unter: ,
© 2019 Bundesrechnungshof