Prüfungsergebnisse

2017 Bemerkungen Nr. 04 - Bundesministerium des Innern steuert Beratertätigkeiten bei IT-Großprojekten unzureichend

Das BMI hat Beratertätigkeiten bei zwei IT-Großprojekten nur unzureichend geplant, gesteuert und kontrolliert. So hat das BMI die Berater nach geleistetem Arbeitsaufwand vergütet, ohne zu wissen, inwieweit es angemessene Arbeitsergebnisse für die Honorare erhalten hat. Da das BMI den zu erbringenden Erfolg der Berater nicht im Einzelnen vereinbart hat, hätte es ihre Tätigkeit intensiver begleiten müssen.
12.12.2017

Das BMI will die IT des Bundes mit den beiden Großprojekten „Netze des Bundes“ und „IT-Konsolidierung Bund“ modernisieren, zentralisieren und die Sicherheit verbessern. Dazu beauftragte es Berater. Das BMI muss die Termine, Kosten und Qualität der Projektergebnisse sicherstellen.

In den Jahren 2015 und 2016 ließ es 109 von 110 Beraterverträgen nach geleistetem Arbeitsaufwand abrechnen, regelte darin aber nicht im Einzelnen den erwarteten Beratungserfolg. Ab dem Jahr 2017 bis zum Jahr 2022 plant das BMI für beide Projekte über 230 Mio. Euro für externe Berater auszugeben.

Die Beratertätigkeiten plante das BMI nur grob. Welche Arbeiten der Berater mit welchem Aufwand zu welchen Ergebnissen führten, hatte das BMI nicht vollständig ermittelt. Ein Qualitätsmanagement für die IT-Großprojekte, das auch die Beratertätigkeiten umfasste, richtete das BMI nicht ein. Es bewertete die Arbeitsergebnisse der Berater ohne einheitliche Maßstäbe; oftmals fehlten Prüfkriterien vollständig. Ob die von den Beratern erbrachte Leistung angemessen war, blieb vielfach offen.

Der Bundesrechnungshof hat vom BMI gefordert, die Arbeitszeit externer Berater effizient zu nutzen. Es sollte Beratertätigkeiten, insbesondere wenn diese nach Aufwand bezahlt werden, fortlaufend planen und steuern. Der Bundesrechnungshof erwartet, dass das BMI ein Qualitätsmanagement einrichtet und dieses in IT-Großprojekten verbindlich anwendet.

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