Prüfungsergebnisse

2019 Bemerkungen Nr. 18 - Bundeswehr muss immer noch ohne den Simulator für den Schützenpanzer PUMA auskommen

10.12.2019

Die Bundeswehr verursacht vermeidbare Ausgaben von 46 Mio. Euro und Verzögerungen beim Gefechtssimulator für den Schützenpanzer PUMA. Ohne Simulator kann sie derzeit nur mit dem Schützenpanzer PUMA selbst ausbilden. Dies verursacht zusätzlichen Verschleiß und Instandhaltungsbedarf beim Schützenpanzer PUMA.

Die Bundeswehr nutzt für die Gefechtsausbildung beim alten Schützenpanzer MARDER Simulatoren, die fest in Container eingebaut sind. Simulatoren sollen die Qualität der Ausbildung verbessern. Zudem ist es kostengünstiger, mit Simulatoren anstatt mit militärischem Großgerät auszubilden. Beim neuen Schützenpanzer PUMA hingegen sollte die Simulatortechnik in den Schützenpanzer selbst und nicht in Container eingebaut werden. Für Entwicklung und Beschaffung dieser neuen Simulatortechnik gab die Bundeswehr bisher 105,7 Mio. Euro aus.

Seit dem Jahr 2006 hat das Heer erhebliche Bedenken, den Schützenpanzer PUMA selbst als Simulator einzusetzen. Der Bundesrechnungshof kritisierte bereits im Jahr 2010, dass die Bundeswehr keinen Simulator im Container als Alternative untersucht hat. Die Bundeswehr hielt trotz der Bedenken an ihrem Konzept fest. Der Bundesrechnungshof erneuerte seine Kritik im Jahr 2018. Nach ausgiebigen Tests lehnte das Heer im Jahr 2019 den Einbau der neuen Simulatortechnik in den Schützenpanzer PUMA ab. Die Bundeswehr kann die Simulatortechnik nur teilweise weiter verwenden. Simulatortechnik im Wert von 46 Mio. Euro bleibt ungenutzt. Obwohl die Bundeswehr den Schützenpanzer PUMA seit dem Jahr 2015 nutzt, steht bisher kein Simulator für die Gefechtsausbildung zur Verfügung. Die Bundeswehr muss nun mit zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand einen Simulator entwickeln und beschaffen.

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