13.04.2021  |   Bemerkung

BMVI plant an einer Unterführung unnötige Sperranlage für über 2,8 Mio. Euro

Das BMVI stattet eine Unterführung der Bundesautobahn A 92 mit einer besonders leistungsstarken Pumpenanlage aus, um sie auch bei außergewöhnlichem Starkregen zu entwässern. Zusätzlich installiert es eine Notstromversorgung und ein Meldesystem. Dennoch plant es zusätzlich eine Sperranlage für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Pumpenanlage bei geringeren Regenmengen versagt.

Die neue Bundesstraße B 15n soll die A 92 bei Landshut mit einer Unterführung (Trog) unterqueren. Dieser Trog wird zur Entwässerung mit einer Pumpenanlage ausgestattet. Sie ist für einen außergewöhnlich starken Regen dimensioniert, der statistisch alle 100 Jahre einmal auftritt. Zusätzlich ist sie durch eine Notstromversorgung vor Stromausfall gesichert. Störungen werden zudem elektronisch von der Anlage an eine Betriebszentrale gemeldet. Dennoch plant das BMVI als weitere Sicherung zusätzlich den Bau einer Sperranlage. Sie soll im Falle einer drohenden Überflutung alle Zufahrtmöglichkeiten in den Trog sperren. Dies sei bei einem Zusammentreffen eines starken Regenereignisses und dem gleichzeitigen Ausfall der Pumpenanlage erforderlich. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit dieses Zusammentreffens bezweifelt der Bundesrechnungshof, dass die mindestens 2,8 Mio. Euro teure Sperranlage notwendig ist. Er fordert das BMVI auf, davon abzusehen, da es die Notwendigkeit gemäß § 6 BHO nicht nachgewiesen hat.