22.11.2007  |   Bemerkung

2007 Bemerkungen Nr. 08 - Bundespolizei hält zu viele Transporthubschrauber vor

Die Bundespolizei hält 40 Transporthubschrauber für den sofortigen und gleichzeitigen Einsatz bei besonderen Lageentwicklungen vor, obwohl diese Voraussetzungen noch nie gegeben waren und die Hubschrauber jährlich nur zu 10 % ausgelastet sind. Die Bundespolizei sollte daher den Bedarf an Transporthubschraubern prüfen. Sie könnte deren Zahl reduzieren, wenn sie im Falle einer besonderen Lageentwicklung auch ihre Mehrzweckhubschrauber verwenden würde.


Die Bundespolizei setzt Hubschrauber als polizeiliches Einsatz- und Transportmittel ein. Neben 23 Mehrzweckhubschraubern verfügt sie über 40 größere Hubschrauber, die vorrangig zum Transport von Polizeikräften dienen.

Die Zahl der Transporthubschrauber begründet das Bundesministerium des Innern damit, dass bei besonderen Lageentwicklungen 457 Polizeikräfte „in einer Welle“, d. h. sofort und zeitgleich, an einen beliebigen Einsatzort transportiert werden müssten. Die Transporthubschrauber waren nach den Feststellungen des Bundesrechnungshofes in den letzten Jahren lediglich zu etwa 10 % ausgelastet. Die Bundespolizei hat einen sofortigen und gleichzeitigen Einsatz von 40 Transporthubschraubern bislang weder geübt noch durchgeführt.

Der Bundesrechnungshof hat empfohlen, den Bedarf der Bundespolizei an Transporthubschraubern auf der Grundlage einer Einsatzkonzeption zu prüfen. Auch die Mehrzweckhubschrauber sollten im Falle einer besonderen Einsatzlage berücksichtigt werden. Dadurch könnten drei Transporthubschrauber verkauft, Einnahmen von 40 Mio. Euro erzielt und jährliche Betriebsausgaben von mindestens 1 Mio. Euro vermieden werden.