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2018 PM - Personalbedarfsermittlung bei der Bundesagentur für Arbeit

26.03.2018

0 Zusammenfassung

Der Bundesrechnungshof hat die Personalbedarfsermittlung bei der Bundesagentur für Arbeit (Bundesagentur) geprüft. Die Prüfung führte im Wesentlichen zu folgenden Ergebnissen:

0.1
Die Bundesagentur hat für ihre Mitarbeiterkapazitäten in beiden Rechtskreisen die Entwicklung des Arbeitsmarktes nicht hinreichend berücksichtigt. Sie will Maßnahmen einleiten, um ihren Bedarf an Mitarbeiterkapazitäten sachgerecht zu ermitteln. Der Bundesrechnungshof wird verfolgen, inwieweit die Bundesagentur ihre Ankündigung umsetzt. (Textziffer 2)

0.2
In der Bundesagentur bemessen die Beschäftigten der Fachbereiche ihren Personalbedarf selbst, was Interessenkonflikte birgt. Der für Personalbedarfsermittlungen verantwortliche Fachbereich übt nur eine unterstützende und beratende Funktion aus. Die Bundesagentur will die Verantwortlichkeiten neu definieren und in der Zentrale eine neue Organisationseinheit für Personalbedarfsermittlungen ansiedeln. Sie lässt allerdings offen, wie sie die Durchführung von Personalbedarfsermittlungen in den nachgeordneten Dienststellen organisatorisch sicherstellen will. (Textziffer 3)

0.3
Im Rechtskreis des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch wird der Personalbedarf auf der Grundlage von Betreuungsschlüsseln bestimmt. Die Bundesagentur hat ihren Personalbestand an den gesetzlichen Betreuungsschlüsseln auszurichten. Soweit eine entsprechende Spezialregelung fehlt, ist im Bereich des SGB II für die Ermittlung des Personalbedarfs die Methodik nach dem vom Bundesministerium des Innern herausgegebenen Handbuch für Organisationsuntersuchungen und Personalbedarfsermittlung (Organisationshandbuch) anzuwenden. Die Bundesagentur erprobt für den Bereich SGB II derzeit das „Vorgehensmodell zur Standortbestimmung der Personalausstattung der gemeinsamen Einrichtungen“ zur Ermittlung der Personalbedarfe. Dieses Vorgehensmodell stellt keine anerkannte Methode nach dem Organisationshandbuch dar. (Textziffer 4)

0.4
Im Rechtskreis des Dritten Buches Sozialgesetzbuch ermittelt die Bundesagentur den Personalbedarf in den Aufgabenbereichen Beratung und Vermittlung anhand geschäftspolitisch gesetzter Betreuungsrelationen. Dabei verfolgt sie den Ansatz, durch bessere Betreuungsrelationen die Dauer der Arbeitslosigkeit zu verkürzen und Arbeitslosengeld einzusparen. Der Bundesrechnungshof hat es für unzureichend gehalten, die Personalbedarfsermittlung auf diesen wirkungsorientierten Ansatz zu stützen. Die Bundesagentur will künftig eine Personalbedarfsermittlung durchführen, die den Anforderungen des Organisationshandbuches entspricht. (Textziffer 5)

0.5
Soweit Re- und Neuorganisationen auf der Grundlage von Fachkonzepten erfolgen, ermittelt die Bundesagentur den Personalbedarf mit der Methode der quantitativen Schätzung ergänzt um eine Methode der qualitativen Schichtung. Der Bundesrechnungshof hat empfohlen, grundsätzlich ein Analytisches Berechnungsverfahren anzuwenden. Der Verzicht auf das Analytische Berechnungsverfahren zugunsten des Analytischen Schätzverfahrens ist schlüssig zu begründen. Soweit das Analytische Schätzverfahren zur Anwendung kommt, kann die Bundesagentur auf Elemente der von ihr eingesetzten qualitativen Schichtung zurückgreifen. Die Bundesagentur will die Methode der qualitativen Schichtung so weiterentwickeln, dass sie den Anforderungen an ein Analytisches Schätzverfahren entspricht. Sie will die Gründe für die Auswahl der jeweiligen Untersuchungsmethode dokumentieren. (Textziffer 6)

0.6
Nach Auffassung des Bundesrechnungshofes gewährleisten die Systeme der Personalbedarfsplanung und Personalsteuerung, wie sie die Bundesagentur bisher eingesetzt hat, keine sachgerechte Ermittlung des notwendigen Personalbedarfs. Die Bundesagentur kündigt an, ihren Personalbedarf schrittweise zu überprüfen und sich dabei auf anerkannte Methoden nach dem Organisationshandbuch zu stützen.

Der Bundesrechnungshof schließt das Prüfungsverfahren, mit Ausnahme der Nummer 4, ab und wird den weiteren Prozess der Personalbedarfsermittlung in der Bundesagentur verfolgen. (Textziffer 7)

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