Internationales Mandat: Bundesrechnungshof prüft Welternährungsprogramm


Der Bundesrechnungshof hat am 1. Juli 2022 das Mandat zur Prüfung des Welternährungsprogramms (World Food Programme WFP) der Vereinten Nationen übernommen. Das auf sechs Jahre angelegte Prüfungsmandat startet zu einem Zeitpunkt, der für das WFP eine besondere Herausforderung darstellt.

Im Jahr 2021 waren laut einer aktuellen Pressemitteilung des WFP rund 193 Millionen Menschen in 53 Ländern oder Gebieten von akutem Hunger betroffen - eine alarmierend hohe Zahl. Oberste Priorität des WFP ist es, Hunger zu beenden, Ernährung zu verbessern, den Zugang zu Nahrungsmitteln zu sichern und nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Das WFP ist die weltweit größte humanitäre Hilfsorganisation. Im Jahr 2020 wurde es mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Das WFP ist in 84 Staaten aktiv und zählt mit rund 20.000 Beschäftigten und einem Budget von 8,4 Mrd. US-Dollar zu den größten Organisationen im System der Vereinten Nationen. Deutschland ist mit einem Beitrag von 1,2 Mrd. Euro im Jahr 2021 der zweitgrößte Geber nach den Vereinigten Staaten.

Das WFP verfolgt insbesondere zwei UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals), den Hunger zu beenden und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederzubeleben.


Präsident Scheller zum External Auditor ernannt

Das Executive Board hat den Präsidenten des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, für den Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2028 zum External Auditor ernannt. Der Bundesrechnungshof hatte sich in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren gegen namhafte Mitbewerber durchgesetzt.

Das Mandat des Bundesrechnungshofes für die Prüfung des WFP knüpft nahtlos an die Mitgliedschaft im UN Board of Auditors an, dem der Bundesrechnungshof bis Ende Juni 2022 angehörte.


Je besser die Strukturen und Prozesse beim Welternährungsprogramm sind, desto mehr Hilfe kommt bei den Betroffenen an. Mit unserer Arbeit möchten wir dazu einen Beitrag leisten.

Kay Scheller, Präsident des Bundesrechnungshofes

Das Executive Board ist das oberste Organ des WFP. Es besteht aus Vertretern von 36 Mitgliedstaaten und tagt mindestens dreimal pro Jahr in Rom. Deutschland unterhält für die in Rom ansässigen Organisationen der Vereinten Nationen eine eigene Ständige Vertretung.

Das WFP-Sekretariat mit Hauptsitz in Rom ist mit seinen mehr als 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Umsetzung der vom Executive Board beschlossenen Maßnahmen zuständig. Zusammen mit sechs Regionalbüros bildet es das WFP-Hauptquartier für gegenwärtig 85 Länderbüros weltweit. Derzeitiger Chef (Executive Director) des WFP-Sekretariats ist der US-Amerikaner David Beasley.


Prüferinnen und Prüfer machen sich vor Ort ein Bild

Rund 20 Prüferinnen und Prüfer bilden die Prüfeinheit WFP im Bundesrechnungshof. Sie prüfen den Jahresabschluss und die Wirtschaftlichkeit des Verwaltungshandelns beim WFP. Dazu machen sie sich pro Jahr in mindestens sieben Ländern vor Ort ein Bild. Sofern es die Sicherheitslage zulässt, werden sie im Jahr 2022 in Syrien, im Jemen und im Kongo prüfen. Im Jahr 2023 sind Prüfungen unter anderem in Nigeria, in der Sahelzone und im Südsudan geplant.“


Weitere internationale Prüfungsmandate

Neben seinem Mandat beim WFP ist der Bundesrechnungshof für die Prüfung bei mehreren kleineren Organisationen verantwortlich:

  • Institut Laue-Langevin (ILL), Grenoble
  • Deutsch-Griechisches Jugendwerk (DGJW), Leipzig
  • Deutsch-Französisches Forschungsinstitut (ISL), St. Louis
  • Deutsch-Französische Hochschule (DFH), Saarbrücken
  • Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW) und Deutsch-Französischer Bürgerfonds, Paris/Berlin
  • Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW), Potsdam/Warschau
  • Europäischer Stabilisierungsmechanismus (ESM), Luxemburg
  • Organisation für Rüstungskooperation (OCCAR), Bonn
  • Multinationales Korps Nord-Ost, Stettin