UN Board of Auditors
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Prüfung der United Nations peacekeeping operations (UNPKO) für den Zeitraum 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016

Das UN Board of Auditors (Rat der Rechnungsprüfer der Vereinten Nationen) hat am 20. März 2017 seinen aktuellen Bericht zu den Friedensmissionen der Vereinten Nationen (VN) veröffentlicht. Den insgesamt 249 Seiten umfassenden Bericht hat das Board im Januar 2017 beschlossen. Das Board kommt in seinem Prüfungsbericht zu dem Ergebnis, dass der Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt.

Der Bericht ist auf der Website des Board abrufbar (pdf 4,5 MB).

Nach der Übernahme seines sechsjährigen Prüfungsmandats bei den VN hat der Bundesrechnungshof  (BRH) als ersten Bericht federführend den Prüfbericht zu den VN-Friedensmissionen erstellt. Prüferinnen und Prüfer aus der Einheit „UN Board of Auditors“ führten dazu örtliche Erhebungen im VN‑Hauptquartier in New York und an den operativen und administrativen Standorten der „Blauhelme“ in Zentralafrika, Mali, Sudan, Uganda, der Elfenbeinküste sowie in Spanien und Italien durch. Der Prüfbericht enthält die vom BRH-Team und den von den Rechnungshöfen Indiens und Tansanias bei ihren Erhebungen an weiteren Standorten der VN-Friedensmissionen gewonnenen Erkenntnisse.

Gepanzertes VN-Fahrzeug in der Zentralafrikanischen Republik (Hauptstadt Bangui)
Gepanzertes VN-Fahrzeug in der Zentralafrikanischen Republik (Hauptstadt Bangui)


Das Board prüfte den nach International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) erstellten Jahresabschluss der VN-Friedensmissionen für das Finanzjahr 2015/2016 (1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016). Der Haushalt der Friedensmissionen war auf 8,30 Mrd. US-Dollar veranschlagt. Die Ist-Ausgaben beliefen sich auf 8,02 Mrd. US-Dollar. Das UN BoA testierte den Jahresabschluss der UN ohne Einschränkungen.

Neben dem Jahresabschluss prüfte das Board aber auch andere ausgewählte Fragestellungen. Es stellte zum Beispiel folgendes fest:

  • Die versicherungsmathematische Bewertung der Verpflichtungen für künftige Leistungen an Mitarbeiter war im anfänglich übermittelten Jahresabschluss um 440,1 Mio. US-Dollar zu niedrig ausgewiesen.
  • Sogenannte „Welfare Committees“ (Sozialausschüsse) dienen der Fürsorge für VN-Bedienstete. Nach einer VN-internen Arbeitsanweisung sind alle Mittel, die Sozialausschüssen  zufließen, gemäß den VN-Finanzbestimmungen zu verwalten. Dennoch verfügten die VN zum Zeitpunkt unserer Prüfung über keine Informationen zum Vermögen und zu den Einnahmen und Ausgaben der Sozialausschüsse. Das Board empfiehlt daher, dass die Ausschüsse künftig jährliche Finanzberichte erstellen sollen.
  • Das Board hat den Bereich Umweltschutz verstärkt geprüft. Hier stellte es fest, dass die Friedensmissionen teilweise überhaupt keine Umwelt-Aktionspläne entwickelt hatten bzw. die entwickelten Pläne nicht mehr aktuell waren. Auch könnten die Schmutzwasseraufbereitung, die Nutzung von Solaranlagen und die Nutzung des Fuhrparks verbessert werden. Das Board empfiehlt, die Friedenstruppen auch zum Thema Umweltmanagement zu schulen. Zudem sollte die Verwaltung die Friedensmissionen auffordern, Vorgaben zum Umweltschutz zu beachten und regelmäßig über ihre Aktivitäten im Bereich Umweltschutz zu berichten.
  • Das Beschaffungswesen zeigte erhebliche Mängel. So fehlte z. B. eine Beschaffungsstrategie. Ferner stellte das UN BoA Doppelzuständigkeiten fest, die zu unnötigen Verzögerungen und Mehrausgaben führten.

 

 

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