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71. Sitzung des UN Board of Auditors: 28 Prüfberichte verabschiedet

Am 25. und 26. Juli 2017 fand die 71. Ordentliche Sitzung des UN Board of Auditors in New York statt. Als Mitglied des Board nahm Präsident Scheller an der Sitzung teil. Er stellte dort erstmals auch die Berichte über die Organisationen der Vereinten Nationen (VN) vor, für deren Prüfung der Bundesrechnungshof (BRH) federführend war. Das Board verabschiedete die BRH-Prüfberichte einvernehmlich.

Insgesamt 28 Prüfberichte verabschiedet


Präsident Scheller und die beiden anderen Board-Mitglieder aus Indien (Comptroller and Auditor-General Shashi Kant Sharma) und Tansania (Controller and Auditor-General Prof. Mussa Juma Assad) verabschiedeten insgesamt 28 Prüfungsberichte.

Prüfungsgegenstand waren die Financial statements (kaufmännische Jahresabschlüsse) von 24 Organisationen, Fonds und Programmen zum 31. Dezember 2016 (ohne den bereits erstellten Bericht 2015/16 zu den Friedensmissionen, dessen Empfehlungen alle von der Generalversammlung der VN angenommen wurden). Damit verbunden war jeweils die Darstellung vielfältiger Ergebnisse insbesondere von Wirtschaftlichkeits- und Erfolgsprüfungen (management and performance audits). Vier weitere Berichte hatten organisationsübergreifende oder querschnittliche Themen zum Gegenstand. Das Board stellte unter anderem fest, dass bei allen geprüften Institutionen die Verbindlichkeiten für Leistungen an Bedienstete aus Anlass ihres Ausscheidens aus dem Dienst (post-employment benefits) den größten (relativen oder absoluten) Anteil der Gesamtverbindlichkeiten ausmachten. Bei mehr als der Hälfte der Organisationen lag dieser Anteil bei über 50 % und erreichte in der Spitze sogar 94 %. Das Board betonte daher die Notwendigkeit, die Finanzierung der langfristigen Verbindlichkeiten durch die Aufstellung von Finanzierungsplänen und den Abschluss von Finanzierungsvereinbarungen sicherzustellen.

Die Umsetzungsquote der ausgesprochenen Empfehlungen aus den Vorjahren ist aus Sicht der Generalversammlung ein wesentlicher Erfolgsmesser für die Arbeit des Board. Die Quote ist vom Jahr 2015 zum Jahr 2016 leicht gestiegen und liegt jetzt bei 45 %.

Weitere Einzelheiten über die während der Sitzung verabschiedeten Berichte enthält die Presseerklärung des Board: https://www.un.org/press/en/2017/org1652.doc.htm.

Eine Veröffentlichung der verabschiedeten Prüfungsberichte ist für September 2017 geplant.

 

Präsident Scheller stellt die deutschen Prüfungsberichte vor
BRH-Prüfberichte enthalten uneingeschränkte Testate


Während der 71. Ordentlichen Sitzung stellte Präsident Scheller dem Board die Prüfberichte vor, für die der BRH federführend zuständig war. „Für sämtliche von uns geprüften Institutionen schlagen wir die Erteilung uneingeschränkter Testate vor“, sagte Präsident Scheller einführend. Anschließend erläuterte er die Feststellungen und Empfehlungen der BRH-Prüfberichte im Detail.

Präsident Scheller ging dabei auch auf die Erkenntnisse des BRH zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der VN ein. Diese prüft das Board querschnittlich bei allen VN-Organisationen. „Nicht alle geprüften VN-Organisationen und Einheiten haben eine langfristige Strategie zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele erarbeitet“, so Präsident Scheller. „Sie sollten aber eine solche Strategie vorhalten. Diese muss messbare Indikatoren enthalten, um Fortschritte beurteilen zu können. Nur so können letztlich die Mittel, mit denen die Umsetzung der Ziele finanziert werden soll, eindeutig zugewiesen werden.“

 



Die Berichte des BRH umfassten die Prüfungsergebnisse der deutschen Prüfteams bei:

  • UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) mit einem Jahresaufwand von 3,8 Mrd. USD und über 10 800 Beschäftigten,
  • UNODC (Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung) mit 242 Mio. USD und knapp 650 Beschäftigten,
  • UNU (Universität der Vereinten Nationen), mit 90 Mio. USD und 725 Mitarbeitern,
  • UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) ebenfalls mit 90 Mio. USD und über 420 Beschäftigten
  • UNITAR (Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen) mit 24 Mio. USD und etwas über 40 Mitarbeitern, sowie
  • UNCCD (Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung) mit 16 Mio. USD und knapp über 60 Beschäftigten.


In den Berichten zu UNFCCC und UNCCD kritisierte der BRH die „Besonderheit“, dass es bei diesen Organisationen keine rechtliche Möglichkeit für das Board gebe, seine Berichte deren zuständigen Gremien selbst vorzustellen. Das Board hat diese Feststellung ausdrücklich bekräftigt.

 

Sammelbericht „Volume I“ mit Beiträgen des BRH


Das Board verabschiedete auch den federführend von Indien erstellten Bericht „Volume I“ über das Generalsekretariat und die Verwaltung im Allgemeinen. Zu diesem großen Sammelbericht hatten die Prüfteams des BRH maßgebliche Beiträge geliefert, die aus der Prüfung folgender Mandate stammten:

  • UNPD (Einkaufsabteilung der Vereinten Nationen),
  • OHCHR (Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte),
  • UNOG (Büro der Vereinten Nationen in Genf),
  • SHP (Renovierung des Vereinte Nationen-Gebäudes in Genf).


„Der ‚Volume I‘-Bericht ist ein Beleg für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Board“, stellte Präsident Scheller fest.

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