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UN Board of Auditors veröffentlicht Prüfungsberichte für das Finanzjahr 2019

Das UN Board of Auditors (Rat der Rechnungsprüfer der Vereinten Nationen) hat Ende September 2020 seine Prüfungsergebnisse zum Finanzjahr 2019 veröffentlicht. Die Berichte hatte das Board zuvor auf seiner Sitzung Ende Juli 2020 verabschiedet.

„Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist es dem UN Board of Auditors gelungen, seine Aufgabe trotz aller Schwierigkeiten erfolgreich wahrzunehmen,“ betonte Präsident Scheller gegenüber Antonio Guterres, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen. „Das Board hat sich damit einmal mehr als verlässlicher Partner der Vereinten Nationen bewiesen.“

Präsident Scheller und seine Amtskollegen aus Chile und China - der Comptroller General Jorge Bermúdez und Auditor General Hou Kai - hatten den Generalsekretär am 20. Juli 2020 über die jüngsten Prüfungserkenntnisse des Boards unterrichtet.

 Präsident Scheller; unten (vlnr): Bermúdez, Hou Kai und Guterres

 oben: Präsident Scheller; unten (vlnr): Bermúdez, Hou Kai und Guterres (Quelle BRH)

 

Generalsekretär Guterres unterstrich die Bedeutung der Arbeit des Boards für die Vereinten Nationen. Die Feststellungen und Empfehlungen des Boards helfen den Vereinten Nationen, Fehlentwicklungen entgegenzusteuern und Schwachstellen abzustellen. Viele der festgestellten Schwachstellen in den vom Board geprüften Bereichen sehe er ebenfalls. Er schloss sich der Auffassung des Boards an, dass vor allem in den Kernbereichen Beschaffungswesen, Personalverwaltung und beim Festlegen von Verantwortlichkeiten Verbesserungen notwendig seien.
Zudem wies Generalsekretär Guterres darauf hin, dass in der Vergangenheit die Investitionen der VN in die IT zu gering gewesen seien.

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Beschränkungen seien daher auch eine Chance, die Digitalisierung der VN stärker voranzutreiben.

Darüber hinaus griff Guterres die vom BRH federführend geprüften Friedenmissionen auf. Für ihn ist es ein großer Erfolg, dass sämtliche Mitgliedstaaten die jüngsten Feststellungen und Empfehlungen zur Wirksamkeit der Friedensmissionen unterstützen. Hier hatte das Board zuletzt auf die mangelhafte Ausbildung der Blauhelme sowie den unzureichenden Schutz der Zivilbevölkerung durch die Friedenstruppen hingewiesen.

 74. UN BoA Sitzung per Videokonferenz

 74. UN BoA Sitzung per Videokonferenz (Quelle: BRH)


Das Treffen mit dem Generalsekretär war Teil der 74. Sitzung des UN Board of Auditors. Sie fand unter der Leitung von Präsident Scheller statt, der aktuell den Vorsitz im Board innehat. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Sitzung erfolgreich als Videokonferenz organisiert. Sie war gleichzeitig Premiere für den chinesischen Rechnungshofpräsidenten Hou Kai, der zum 1. Juli 2020 turnusmäßig seinen indischen Vorgänger als Mitglied des Boards abgelöst hatte.

Die Rechnungshofpräsidenten verabschiedeten insgesamt 25 Prüfungsberichte zum Finanzjahr 2019. Dazu zählten auch die federführend vom BRH entworfenen Berichte zu folgenden Organisationen:

  • UNDP (VN-Entwicklungsprogramm),
  • UNCDF (VN-Kapitalentwicklungsfonds),
  • UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der VN),
  • UNFCCC (Klimarahmenkonvention der VN),
  • UNCCD (Übereinkommen der VN zur Bekämpfung der Wüstenbildung)

 

Prüfungsschwerpunkte der Berichte waren die Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2019 sowie ausgewählte Fragestellungen. Dazu enthalten die Berichte zahlreiche Feststellungen und Empfehlungen:

  • Das Board bemängelt bei einzelnen Organisationen beispielsweise eine fehlende Strategie zur Bekämpfung von Korruption und Betrug, unnötig beschaffte Fahrzeuge und eine zeitweise fehlende Innenrevision.
  • Der BRH hat einen Sonderbericht zur Baumaßnahme am Genfer VN-Standort verfasst. Zum sogenannten „Strategic Heritage Plan“ stellte der Bundesrechnungshof unter anderem fest:

    • eine drohende Budgetüberschreitung,
    • Probleme bei der Einhaltung der Zeitpläne (Baufortschritt) sowie
    • widersprüchliche Berechnungen zur Energieeinsparung.

 

VN-Baumaßnahme in Genf

 VN-Baumaßnahme in Genf (Quelle: UNOG)

 

  • Zudem war der BRH für den „Concise Summary“-Bericht zuständig, in dem das Board die Prüfungsberichte der einzelnen Organisationen übergreifend zusammenfasst. In diesen Bericht gehen auch die Prüfungserkenntnisse zu den laufenden VN-Reformen ein. In diesem Jahr informiert der Bericht auch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Prüfungen des Boards.

 

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Berichte fanden die Anhörungen im Beratenden Ausschuss für Verwaltungs- und Haushaltsfragen (ACABQ) statt. Der Ausschuss lobte die Qualität der Berichte und hob hervor, dass das Board auch grundsätzliche Fragestellungen wie bspw. die laufenden VN-Reformen untersucht habe.

Im nächsten Schritt wird der Fünfte Ausschuss der VN-Generalversammlung die Feststellungen und Empfehlungen des Boards diskutieren und sein Votum für die Generalversammlung abgeben. Die Beratungen im Fünften Ausschuss werden voraussichtlich Anfang Dezember 2020 abgeschlossen sein.

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